Frischer Fisch und regionale Weine
Ein leckeres Mittagessen im Fischhaus mit einem aufmerksamen Service
23. April 2026
Bei schönem Frühlingswetter oder zumindest, wenn es nicht wie aus Kübeln regnet, könnte man entlang der Saale zum Fischhaus wandern oder hin radeln.
An dem Sonntag, den wir uns für einen Besuch in dieser Gaststätte, die im Sommer von Ausflüglern immer gut besucht ist, ausgesucht haben, müssen wir mit dem Auto anreisen. Wir haben reserviert, was bequem per Email möglich war. Sehr viele Tische sind schon vergeben, wir werden an einem kleinen Zweiertisch in einer Nische, schräg gegenüber dem Tresen platziert. Die Speisekarte wird direkt gereicht und gibt neben den Speisen- und Getränkeangeboten auch einen kleinen Einblick in die Geschichte des Hauses. Bereits 1138 wurde das Gebäude errichtet. Es wird seit 1826 gastwirtschaftlich genutzt. Alles Gute zum 200. möchte man da meinen, und vielleicht gibt es ja tatsächlich eine Party. In der sehr umfangreichen Angebotskarte zähle ich über zwanzig Hauptgerichte (erfreulicher Weise auch mehrere vegetarische), dazu Vorspeisen, Suppen, Salate. Allem voran und zusätzlich eine saisonale Spargelkarte. Als der nette Kellner unsere Getränke serviert, für mich Kirschsaft (0,25 l-3,90 €) und Wasser (0,25 l-3,80 €), für meine Begleitung ein alkoholfreies Weizenbier (0,5 l-5,20 €) und nach unseren Speisewünschen fragt, habe ich mich noch nicht entschieden. Die Knoblauchgarnelen mit Pizzabrot, einmal für zwei als Starter, sollen es aber unbedingt sein. Das verschafft mir Zeit für die weitere Auswahl. Im Mittelpunkt meiner Überlegungen steht ein veganes Angebot, dass meinen Wunsch nach Spargel etwas ins Wanken bringt. Ein Linsenbraten mit Apfelrotkohl und Thüringer Klößen (17,20 €), das klingt sehr interessant. Dafür werde ich dann aber später noch einmal herkommen. Zügig wird die Vorspeise gebracht. Sie sieht richtig gut aus und duftet auch so. Auf einem Bett von Rucola und Radieschensprossen sind die frisch gebratenen Garnelen angerichtet. Ein Stück Pizzabrot mit einem Tomatenaufstrich, und in der Mitte des Tellers ein Gläschen mit einer Salsa, die das ganze perfekt abrundet. Für 11,20 € ist diese Vorspeisenportion sehr reichlich, sehr schmackhaft und könnte bei kleinem Hunger auch als Hauptgericht genügen. Gut, dass wir sie uns teilen. Als Hauptgang wählt mein Mann den Szegediner Gulasch mit Semmelknödeln (19,90 €). Mit einem bunten Beilagensalat sind alle Komponenten sehr schön auf dem Teller angerichtet. Die Portion ist reichlich und wohlschmeckend. Zeitgleich wird mein Essen serviert, Lachsforelle mit Spargel und Bandnudeln (24,5 €). Leider verrät die Karte nicht die Zubereitungsart des Fisches. Er kommt als große Portion und ist, wie gehofft, gebraten, außen kross und innen saftig. Perfekt gewürzt passt er hervorragend zum Spargel. Für meinen Geschmack ist dieser auf den Punkt zubereitet. Drei große weiße Spargelstangen sind in Teile geschnitten, die zart und mit noch leichtem Biss auf die Zunge kommen. Fisch und Spargel bedecken eine reichliche Menge Bandnudeln, von denen ich nur wenig nehme. Zum einen genügen mir die beiden edlen Komponenten, zum anderen fallen die Nudeln im Geschmack etwas ab. Einen Tick zu weich und leicht wässrig entsprechen sie nicht meinen Vorstellungen. Weniger davon, dafür al dente, mit etwas Soße, zum Beispiel einer Hollandaise nappiert, könnten sie das Pünktchen auf dem i sein. Wie gern hätte ich zu meinem Hauptgang einen Wein gewählt. Zum Beispiel einen Silvaner trocken vom Weingut „Frölich Hake“ (0,2 l-7,60 €) oder von Herzer einen Müller Thurgau, auch trocken (0,2 l-7,20 €), aber ich bin heute die Fahrerin. Das Weinangebot ist erfreulich regional. Die genannten Weingüter befinden sich quasi um die Ecke. Das gilt auch für das Landesweingut Kloster Pforta, welches auch mit Weinen auf der Karte vertreten ist. Für die Auswahl des Desserts nehme ich mir etwas Zeit. So schnell wurden die Gerichte serviert, dass noch gar nicht richtig Gelegenheit war, das Ambiente auf mich wirken zu lassen. Auf unserem Tisch liegt ein frisch gestärktes Tischtuch unter gefächerten Servietten. Die Dekoration mit frischen Blumen in der Vase und einer Tischlampe ist auf allen Tischen gleich. Dazu kommen ein Aufsteller für die Dessertkarte sowie Salz- und Pfefferstreuer. Was auf den Vierertischen sehr gut aussieht, empfinde ich auf unserm kleinen quadratischen Zweiertisch als etwas überdimensioniert. Alles steht eng nebeneinander und bildet fast eine Barriere zwischen meinem Gegenüber und mir. Ich widme mich der Dessertkarte. Verschiedene Eisbecher, kommen in die nähere Auswahl, ehe ich den für mich verführerischsten Menüabschluss entdecke. Eierkuchen „Surprise“ steht dort und ist beschrieben als warmer Eierkuchen mit einer Kugel Eis Vanillegeschmack und „gefüllt mit… Lassen Sie sich überraschen“. Dieser kleine „Nervenkitzel“ ist für 10,50 € zu haben und ich bin gespannt. Es sieht auch sehr schön aus, was da kurze Zeit später vor mir auf dem Tisch steht, entspricht aber nur wenig dem Versprechen. Ich weiß nicht, was mich mehr überrascht, der Löffel Apfelmus oder die Tatsache, dass der Eierkuchen kalt ist (nicht nur an der Stelle mit Eiskugel) und zudem auch sehr fest in seiner Konsistenz. Ach hätte ich doch den Schwedeneisbecher bestellt. Naja, vielleicht beim nächsten Mal und dann zum Linsenbraten.
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| Fisch und Spargel gekonnt zubereitet | Deftige Hausmannskost- Szegediner Gulasch | Eierkuchen mit Überraschung |
Kontakt, Öffnungszeiten:
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Gaststätte Fischhaus Tel. +49 34463 60443 |
Öffnungszeiten: Mi/Do/So 11-20 Uhr Fr/Sa 11-22 Uhr Mo/Di Ruhetag |


