Das Tor zu leckerer Hausmannskost
Gemütlich, gastlich, gut! Ein Abendessen in der Thüringer Pforte in Naumburg

12. Februar 2026

Es ist Freitagabend und für 18 Uhr haben wir einen Tisch für drei bestellt. Es war klug zu reservieren. Die beiden separaten Gasträume sind mit Gästegruppen belegt und die Kapazität im Schankraum ist begrenzt und begehrt.

Tritt ein und fühl dich wohl“, könnte als Motto über dem Tresen stehen, denn genau so empfinden wir es. Einladend gedeckte Tische, ein Wirt, der uns sofort begrüßt und mit einem freundlichen Spruch platziert und die Kellnerin, die mit einem freundlichen Lächeln die Karten reicht, signalisieren, dass wir willkommen sind. Wir informieren uns über das Speisen- und Getränkeangebot, aus dem wir wählen können und sind erst einmal erfreut über die moderaten Preise. Ein Altstädter Schwarzbier (0,5 l für 3,90 €) bewertet mein Mann als sehr süffig. Eine Flasche Mineralwasser, 0,7 l bekommt man für 4,50 € woanders nur noch sehr selten. Bei den Weinen kann man sich zwischen vier Weißweinen und einem Roten, alle vom Weingut Herzer (Saale-Unstrut), entscheiden. Für den Schoppen (0,2 l) bezahlt man 5,50 € bis 6,40 €. Die Speisekarte ist überschaubar und bietet dennoch für jeden Fleischfreund mit acht Gerichten genügend Auswahl. Leider gibt es kein vegetarisches Angebot, ausgenommen die beiden Vorspeisen. Die sollen es dann auch beide gleich zu Beginn sein. Ich teile sie mir mit unserem Gast und wir empfinden diese als sehr empfehlenswert. Zusätzlich gibt es heute Soljanka (6,50 €). Die kommt nicht in einer Suppentasse, sondern als fast vollwertige Portion in einem tiefen Teller auf den Tisch. Von ihrem Geschmack ist mein Mann sehr positiv überzeugt. Inzwischen stehen auch die Starter, das mediterrane Knoblauchbrot mit Rosmarin und einem Dip (5,70 €) und der Salatteller mit Schafskäse (6,90 €) vor uns. Die Brotstücke sind knusprig, duftend und perfekt mit Rosmarin behaucht, der Salat liegt frisch mariniert und knackig auf dem Teller. Unser Gast entscheidet sich als Hauptgang für das angebotene Fischgericht, Lachs-Filet mit Kräuterbutter, Cremefine-Soße, Zitrone und Petersilienkartoffeln (20,90 €). Dem Wunsch, die Kartoffeln gegen Pommes zu tauschen wird gern entsprochen. Der Fisch wird als sehr gut zubereitet, saftig und gut gewürzt bewertet. Auf die Soße könnte man verzichten, weil die große Portion Kräuterbutter geschmacklich sehr passend und ausreichend ist. Für mich erwäge ich als fleischlose Alternative, das deftige Bauernfrühstück mit Schinkenwürfeln, Zwiebeln und Gurke (11,90 €) ohne Schinken zu erbitten. „Hier wird alles frisch zubereitet, das können wir gern so machen“, ist die Reaktion. Mit dem bunten Salat und den Gewürzgurken angerichtet, bin ich sehr zufrieden mit meinem „Frühstück“ am Abend. Aber wofür wird sich mein Mann entscheiden? Wer die Wahl hat, hat ja bekanntlich die Qual! Soll es das Thüringer Rostbrätel mit Bratkartoffeln (14,60 €) oder für 17,90 € der Naumburger Hussitenspieß (wie originell, mit kandierten Kirschen) sein? Er entscheidet sich für ein knusprig gebackenes rundes Landbrot, gefüllt mit Zwiebelfleisch, hausgemachtem Schmalz, Gurke und Knoblauch (17,90 €). Dieses „Pforten-Brot“ ist hier wohl seit Jahren ein Renner, wie man erfährt, wenn man einen Zeitungsartikel aus dem Jahr 2009 liest, der im Naumburger Tageblatt erschien und der im Flur der Gaststätte eingerahmt erhalten ist. Die wirklich sehr große Portion wird mit den Worten serviert, dass man den Brotlaib, der erfahrungsgemäß übrig bleibt, mit dem Schmalz bestrichen, als Portion für zu Hause mitnehmen kann. So geschieht es dann auch. Obwohl wir genügend gegessen haben, soll es der Vollständigkeit halber noch ein Dessert sein. „Da haben wir kein wirkliches Angebot“, bemerkt die Kellnerin schulterzuckend, „aber wenn ich mit einem Vanilleeis mit heißen Himbeeren und Sahne einverstanden wäre…?“ Ich bin einverstanden und überbrücke die Wartezeit mit dem Fotografieren eines Gemäldes, das sich in meinem Blickfeld befindet und in etwa die Ansicht aus der Gründerzeit der Gaststätte Ende des 19. Jahrhunderts darstellen muss, da hier der Dom noch mit nur drei Türmen abgebildet ist. Die „Thüringer Pforte“ war bis 1875 ein Zollhaus in der Vorstadt. Das Bild lässt erahnen, dass von hier aus stadtauswärts, auf dem Weg ins Thüringische, noch kaum Bebauung vorhanden war. Mein Dessert ist fertig. Es wird mit einem entschuldigenden Lachen gebracht. In einem tiefen Teller schwimmt Vanilleeis in einem Meer von Himbeeren und unter einer fast endlos gespritzten Schlange von Sahne. Ich muss auch lachen! An dem Outfit müsste noch gearbeitet werden, aber geschmeckt hat es sehr gut. Bei der Verabschiedung möchte der Wirt wissen, ob es uns gefallen hat. Als wir das bejahen, entlässt er uns, so wie empfangen, mit einem frech-freundlichen Spruch: “Dann darf ich wohl befürchten, dass Sie wiederkommen?“ Ja, das darf er!

01 Helme 03 Gyros
Einmal Starter für zwei. Thüringer Pforte gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Der Klassiker, das Pfortenbrot.

Kontakt, Öffnungszeiten "Thüringer Pforte"

Gasthof Thüringer Pforte
Michaelisstraße 52-53
0
6618 Naumburg

Tel. 03445 778454

   

Öffnungszeiten:

Mittwoch bis Samstag ab 18:00 Uhr
Sonntag- Mittagstisch ab 11:30 Uhr

Ruhetage: Montag und Dienstag
Sonderwünsche nach Vereinbarung